Medizintechnik seit 1851
Erbe wurde 1851 in Tübingen gegründet. Das Familienunternehmen, das mittlerweile in der 5. Generation geführt wird, entwickelt, produziert und vertreibt Systeme für die Elektrochirurgie, die Gefäßversiegelung, die Argonplasma-Koagulation, die Kryotechnologie und die Hydrochirurgie. Erbe gilt als Pionier auf dem Gebiet der Elektrochirurgie, einer Technologie, bei der Hochfrequenzströme genutzt werden, um Gewebe zu durchtrennen, zu koagulieren oder zu devitalisieren bzw. Gefäße zu versiegeln.

Als der Feinmechaniker Christian Heinrich Erbe 1848 nach Tübingen zurückkehrte, waren die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse von Unsicherheit geprägt. Statt wie viele seiner Zeitgenossen auszuwandern, entschied er sich für eine Zukunft in seiner Heimat. Am 1. Oktober 1851 eröffnete er am Tübinger Holzmarkt seine eigene Werkstatt. Dank seiner Ausbildung als Feinmechaniker und seines hohen Qualitätsanspruchs gewann er schnell das Vertrauen renommierter Universitätsprofessoren. Gemeinsam mit dem Chirurgen Victor von Bruns entwickelte er innovative medizinische Instrumente. Neben der eigenen Fertigung handelte Erbe auch mit Produkten aus den Bereichen Optik und Medizintechnik. Er setzte nicht nur den Grundstein für das heutige Unternehmen, sondern schuf mit den engen Beziehungen zur Universität Tübingen die Basis für eine traditionsreiche Zusammenarbeit von Wissenschaft, Forschung und Innovation.
Bereits in den 1920er-Jahren entwickelte Erbe eines der ersten elektrochirurgischen Geräte für den OP und prägte damit die Entwicklung der modernen Hochfrequenzchirurgie entscheidend mit. Einen weiteren technologischen Meilenstein setzte das Unternehmen 1980 mit dem Erbotom TUR, dem weltweit ersten mikroprozessorgesteuerten elektrochirurgischen Gerät.
Heute umfasst das Technologieportfolio unter anderem Elektrochirurgie, Gefäßversiegelung, Argonplasmakoagulation sowie Hydrochirurgie und Kryotechnologie. Die Systeme und Instrumente von Erbe kommen weltweit in der Chirurgie und Endoskopie zum Einsatz – unter anderem in der Gastroenterologie, Urologie, Gynäkologie und Pneumologie.
Mit der zunehmenden internationalen Verbreitung elektrochirurgischer Verfahren begann Erbe ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, seine weltweite Präsenz gezielt auszubauen. Neben dem Export medizinischer Systeme entstand schrittweise ein internationales Netzwerk aus eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften und schließlich auch Produktions- und Entwicklungseinheiten.
Ziel dieses Ausbaus ist es, Kundennähe, technischen Service und Schulungsangebote weltweit besser verfügbar zu machen und gleichzeitig regionale Marktanforderungen stärker zu berücksichtigen. Durch die internationale Aufstellung in über 20 Länder kann Erbe schneller auf medizinische Entwicklungen, regulatorische Anforderungen und technologische Trends reagieren.
Heute arbeiten die globalen Standorte eng mit dem Hauptsitz in Tübingen zusammen und bilden ein internationales Netzwerk für Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service.
Was einst mit dem Erfindergeist eines Tüftlers begann, ist heute ein weltweit vernetztes Innovationsnetzwerk aus Forschung, Grundlagenentwicklung und partnerschaftlicher Zusammenarbeit.
Seit 175 Jahren prägt Erbe die Medizintechnik – von den Anfängen der Elektrochirurgie bis hin zu intelligenten, vernetzten Systemlösungen für den klinischen Alltag.
Innovation bei Erbe geht dabei weit über einzelne Erfindungen hinaus. Sie entsteht im engen Austausch mit Anwendern sowie in Kooperation mit Universitäten und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Getragen wird sie durch kontinuierliche Investitionen in Forschung und Grundlagenentwicklung, die über dem Branchendurchschnitt liegen.
Denn Fortschritt entsteht nicht von selbst, sondern durch Neugier, Engagement, Zusammenarbeit und die Verantwortung, medizinische Versorgung kontinuierlich zu verbessern.
Im Jahr 2025 begann Erbe mit der Neuausrichtung seiner globalen Organisation mit einem klaren Ziel: die Stärkung der Kundenorientierung und Transparenz in allen Regionen. Indem wir unsere Organisation näher an unsere Kunden heranführen und klarere Strukturen und Zuständigkeiten schaffen, wollen wir die lokalen Marktbedürfnisse besser verstehen, die Zusammenarbeit fördern und weltweit wirksamere Unterstützung bieten.
Unsere globale Organisation ist in vier große Regionen gegliedert:
- Nordamerika
- Lateinamerika
- Asien-Pazifik
- Europa, Naher Osten und Afrika
Diese neue Struktur stärkt die internationale Präsenz der Erbe-Gruppe und schafft die Grundlage für weiteres globales Wachstum.
Gleichzeitig baut die Erbe-Gruppe ihre globale Präsenz weiter aus, indem sie ihre Produktions-, Forschungs- und Entwicklungs-, Service- sowie Logistikkapazitäten in mehreren Ländern stärkt, wodurch die Widerstandsfähigkeit erhöht und Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduziert werden.
Darüber hinaus erweitert die Gruppe ihr Technologieportfolio durch den Ausbau ihres Geschäftsbereichs „Optical Technologies“ und die Einrichtung eines eigenen Kompetenzzentrums, um zukünftige Innovationen und Wachstum in diesem Feld voranzutreiben.
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